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Im Rahmen des Bodenseefestivals 2022 NATUR: Das Gémeaux Quartett und Flurin Cuonz

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Konzert: Franz Schuberts Streichquintett in C-Dur

Es gibt so viele unglaublich tolle Werke, aber Schuberts Streichquintett C-Dur gebührt eine Sonderstellung. Schon die Entstehungsgeschichte ist spannend: Schubert war in den letzten Wochen vor seinem Tod geradezu fieberhaft produktiv. Dass er da noch die Energie fand, ein so monumentales Werk zu Papier zu bringen, wirkt aus heutiger Sicht fast schon gespenstisch. Zu Lebzeiten hat er sein eigenes Quintett nicht mehr gehört, es wurde weder aufgeführt noch gedruckt. So nimmt die Natur ihren Lauf - die Früchte allen Lebens können lange bestehen und die Menschen über ganze Epochen hinweg berühren und bereichern. Im Fall dieses Streichquintetts: Das Gémeaux Quartett und Flurin Cuonz interpretieren es virtuos.

"Schubert nimmt uns an der Hand und scheint uns zuzuflüstern: Sieh das große Ganze, der Tod ist nur dieser Durchgang durch diese Wand, die uns auf dieser Erde oft so undurchdringlich erscheint. Tiefer Friede und zärtliche Liebe, beide klingen sie so “wirklich” in diesem so ungeheuren Satz, durchbrochen von einem Mittelteil, der allen Schmerz, den wir uns nur irgendwie vorstellen können, hinausschreit. Keine wütendere Verzweiflung ist in diesem Moment vorstellbar - und dann bricht dieser Schrei des Widerstands zusammen- in totale Erschöpfung, in totale Aufgabe. Dann geschieht das wahre Wunder. Jenes “ewige” Fließen des Anfangs kehrt wieder... Auf einmal durchströmt dieses tröstende Gefühlt unser Herz: im Grunde kann uns nichts geschehen, absolut gar nichts. Hinter allem Leid und allem Schmerz ist nur eine Wirklichkeit verborgen und die ist schön, wunderschön. Sie ist uns meistens noch geheim und nur selten glauben wir wirklich an sie. 

Doch etwas in uns weiß, sie ist wahr."

(Klaus Christa zum 2.Satz des C-Dur Quintetts von Schubert, wenige Monate vor Schuberts Tod)

 

Arisa Fujita, Francesco Sica: Violinen

Sylvia Zucker: Viola

Matthijs Broersma: Violoncello

Flurin Cuonz: Violoncello

 

Konzert im Rahmen des Bodenseefestivals am Donnerstag, den 2. Juni 2022 um 19.30 Uhr.

Um allen Menschen den Zugang zu ermöglichen, wird kein Eintrittsgeld erhoben. Wir freuen uns aber sehr über Ihre Spende am Ausgang.

Reservierungswünsche bitte an christine.bauck(at)lehenhof.de

 

Das Gémeaux Quartett  kann auf eine rege Konzerttätigkeit zurückblicken. Neben Auftritten im KKL Luzern, der Opera Bastille Paris, der Tonhalle Zürich, der Wigmore Hall und Kings Place in London oder in der Kölner Philharmonie, sind die vier Musiker Gast namhafter Festivals, wie beispielsweise dem Lucerne Festival, der Schubertiade Schwarzenberg, dem Rheingau Musikfestival, dem Heidelberger Frühling, dem Kitakyushu Festival in Japan sowie dem Davos Festival. Auch zu Radio- und Fernsehaufnahmen wird das junge Quartett regelmäßig eingeladen, etwa von DRS 2, RTSI (Schweiz), Radio Berlin Brandenburg, SWR, WDR, dem Hessischen Rundfunk und dem Bayerischen Rundfunk.

 

Gast: Flurin Cuonz, Violoncello

*1986 Winterthur Schweiz. Ab 2005 Studium bei Thomas Grossenbacher in Zürich, 2009 Lehrdiplom mit Auszeichnung. Danach, 2012, bei Clemens Hagen in Salzburg den Performance Master, ebenfalls mit Auszeichnung. Bereits während des Studiums erspielt sich Flurin Cuonz diverse Wettbewerbspreise, u.a. den 1. Preis am Cellowettbewerb Enrico Mainardi an der Universität Mozarteum Salzburg, 2010, und den 1. Preis des Kiwanis- Wettbewerbs für Violoncello an der Zürcher Hochschule der Künste, 2008. 

Aus einer Reihe von Studienpreis-Wettbewerben: Musikpreis der Kiefer Hablitzel Stiftung, 2012, Studienpreise beim Instrumentalmusik-Wettbewerb des Migros-Kulturprozentes, 2009 und 2010. Nach erfolgreichem Praktikum 2008/09 wird er als Zuzüger/Aushilfe am Tonhalle Orchester Zürich akkreditiert. 

Im Zentrum seines kammermusikalischen Schaffens steht das Trio Rafale, dessen Cellist er seit der Gründung 2008 ist. Das Trio Rafale konnte 2011 in Melbourne und 2014 in Osaka an zwei der renommiertesten Wettbewerbe für Kammermusik überzeugen und erspielte sich da wie dort den 1. Preis. Es folgte eine rege Konzerttätigkeit weltweit. Neben regelmässigen Auftritten im deutschsprachigen Raum gastierte das Trio auch in Frankreich, England, Tschechien, Russland, Japan, Korea, Australien und auf Hawaii.

Nebst weiteren Kammermusikprojekten und Soloauftritten hat Cuonz von September 2014 bis Februar 2015 eine Ad-Interim-Stelle als Solocellist im Musikkollegium Winterthur inne. Regelmässig gastiert er als Solocellist, u.a. bei den Bamberger Symphonikern, dem Sinfonieorchester Wuppertal, der Camerata Salzburg und dem Mahler Chamber Orchestra. Wertvolle Anregungen verdankt Flurin Cuonz namentlich auch Eckart Heiligers, Rainer Schmidt, Christian Proske, Alexander Neustroev, Christophe Coin und Bernhard Greenhouse.